Es gab nur einen Eintrag im Gästebuch des Atomic, der auf dieses Konzert hingewiesen hat. Mit direkter Geldzurückgarantie, falls das Konzert ausfallen sollte. Als erfahrener Babyshambles-Ausfall-Besucher war mir selbst das total egal. Es würde so oder so ausfallen. Aller guten Dinge sind drei. Tags zuvor soll Pete bei Rock am Ring dreimal ins Schlagzeug gefallen sein. Autsch. Also lieber mal schon um neun vors Atomic stellen. Keine Menschentraube. Keine Schlange an der Kasse und im Atomic gähnende Leere. Der kommt niemals. Die Vorband The Movements sind absolut untragbar an diesem Abend. Keine Ahnung, ob bei anderen Rahmenbedingungen es anders gewesen wäre. Publikum zeigt kaum Reaktionen. Wenig verhaltener Applaus. Währenddessen brodelt die Gerüchteküche aus dem Backstage: Die Band soll schon da sein und ist gerade zum Essen gegangen. Wer's glaubt. Nach The Movements wird hastig die Backline abgebaut und lediglich ein Schlagzeug aufgebaut und der Soundcheck gemacht. Ich seh keine Verstärker für den Rest der Instrumente. Wird wohl ein Drum-Gesang Solo. Wenn überhaupt. Es ist inzwischen ein Uhr. Das Atomic ist inzwischen gut gefüllt. Aufschrei in der Menge, die nach vorne an die Bühne drängt. Eine bleiche Gestalt steht auf der Bühne, brabbelt was auf Englisch, torkelt rum. Ja, Wahnsinn: es ist Pete, wie er leibt und noch lebt. Bleich, schmal, Mitleid erregend. Und Gitarre und Bass gibts noch dazu. Und spielen tuen sie auch noch. Von Song zu Song immer besser und sicherer. Pete telefoniert auf der Bühne. Torkelt rum; spielt Gitarre, singt. Wird von Lied zu Lied besser und besser. Und es wird sogar richtig gut. Wahnsinn. Der linke Boxenturm droht umzufallen. Die Menge drückt nach Vorne auf die Bühne. Nach mehr als einer Stunde ist mit "Fuck Forever" Schluß. Ende, keine Zugabe. Danke Pete. Am Tag drauf ist er bei Rock im Park von der Bühne geflogen, als er wieder rumtorkelte und das Mikro ins Publikum warf. Beweisbilder: Geisterbilder http://muenchenblogger.de/bildergalerie/v/babyshambles-atomic-cafe/ A. |